annette wendt

malerei / video / installation deutsch
peinture / vidéo / installation français

Die Kunst hinterfragt das grundlegende Verhältnis zwischen der (imaginären?) Wirklichkeit und ihrem Abbild. In den Mäandern dieses Scheins begegnen die Menschen ihren eigenen Ängsten und Fantasmen; durchsuchen individuelle Mechanismen der Existenz und begeben sich bewusst oder unbewusst auf die Suche nach einem Weg in das Kollektiv als Rücksicherung des Seins.

departure 2:08

Die kleinste Bewegung, ein Blick, eine Geste sind Manifest dieser verborgener Welten und einer Welt voller Wünsche und Sehnsüchte.

Es sind offene Geschichten, die einen Zustand der sensoriellen Aufmerksamkeit auslösen.

Es gibt also Länder ohne Ort und Geschichten ohne Chronologie. Es gibt Städte, Planeten, Kontinente, Universen, die man auf keiner Karte findet und auch nirgendwo am Himmel finden könnte, und zwar einfach deshalb, weil sie keinem Raum angehören. Diese Städte, Kontinente und Planeten sind natürlich, wie man so sagt, im Kopf der Menschen entstanden oder eigentlich im Zwischenraum zwischen ihren Worten, in den Tiefenschichten ihrer Erzählungen oder auch am ortlosen Ort ihrer Träume, in der Leere ihrer Herzen, kurz gesagt, in den angenehmen Gefilden der Utopien.

Michel Foucault, Andere Räume, In Barck, Karlheinz u.a. (Hg.), Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik, Leipzig 1992

Die Konzeptualisierung der Identität entlässt den Menschen in die Individualität seiner
Gedanken. Dort experimentiert er die Fragen, die Möglichkeiten und die Grenzen der
Vermittelbarkeit seiner Ideen. Im Land der verletzten Identitäten ist die Einsamkeit groß.
Es ist ein emotionaler und zugleich verständlicher Dialog zwischen dem Menschen und
der Welt in der er sich auf dem Terrain des Unverstandenseins bewegt: Einsamkeit.
Die Fragen dringen ohne Umwege in die Intimität der Ängste und Grundüberzeugungen
ein und machen die Aufdeckung der Verhaltensautomatismen unumgänglich.